Beim Deuten von Tarotkarten ist der schwierigste Teil oft, die verschiedenen Bedeutungen der Karten im Kontext der Frage oder Situation richtig zu interpretieren.
Im Lernprozess der Tarotkarten ist oft nicht das Auswendiglernen der Kartenbedeutungen das Schwierigste, sondern „ehrlich zu bleiben“.
Wenn wir für andere Karten legen, insbesondere für uns selbst, sind unsere Herzen oft voreingenommen. Wir wünschen uns möglicherweise sehnlichst, dass ein Projekt erfolgreich ist, oder sind fest davon überzeugt, dass eine bestimmte Person die richtige ist. In diesem Moment aktiviert unser Gehirn automatisch die „selektive Blindheit“, sieht nur das, was wir sehen wollen, und ignoriert die echten Warnungen, die die Karten geben. Das ist der häufigste blinde Fleck beim Deuten der Karten.
Wie können wir Abstand gewinnen und die Wahrheit der Karten wie ein objektiver Beobachter lesen? Achte auf die folgenden drei alltäglichen Fallen, in die man leicht tappen kann:
1. Die „Wunschdeutung“
Wenn du dir ein bestimmtes Ergebnis sehnlichst wünschst, wirst du automatisch alle Karten in eine „gute“ Richtung deuten.
- Realitätszustand: Der Fragesteller fragt: „Hat er noch Liebe für mich?“, und zieht die Schwertbube (umgekehrt). Diese Karte steht ursprünglich für Misstrauen, heimliches Ausspionieren und Kommunikation mit Zündstoff. Aber weil der Fragesteller so sehr eine positive Antwort möchte, tröstet er sich selbst mit: „Ah! Er ist umgekehrt, das bedeutet, dass er mir nicht mehr misstraut, er beobachtet mich immer noch heimlich!“
- Wie man es vermeidet: Atme in dem Moment, in dem du die Karten aufdeckst, tief durch und sage dir: „Ich bin hier, um die Wahrheit zu hören, nicht um Komplimente zu bekommen.“ Deute strikt nach der ursprünglichen Grundstimmung der Karten. Wenn die Karten kalt sind, erkenne an, dass die Situation jetzt kalt ist.
2. Die „Angstvergrößerung“
Dies ist das genaue Gegenteil der ersten Falle. Wenn du dich in einem Zustand extremer Angst oder Unsicherheit befindest, wird jede etwas neutrale oder herausfordernde Karte von dir ins Unermessliche vergrößert und als „Weltuntergang“ interpretiert.
- Realitätszustand: Nur eine alltägliche Arbeitsentwicklung wird betrachtet, und es wird eine Tarotkarte „Der Turm“ oder „Drei Schwerter“ gezogen. Diese beiden Karten stehen tatsächlich für Veränderung und Herzschmerz, bedeuten aber oft nur, dass ein altes Konzept gebrochen werden muss oder dass es einige Kommunikationsprobleme gibt. Ein ängstlicher Leser wird sofort zusammenbrechen: „Oh nein! Werde ich gefeuert? Ist mein Leben jetzt ruiniert?“
- Wie man es vermeidet: Denke daran, dass Tarotkarten eine „Wettervorhersage“ sind und kein „Schicksalsurteil“. Eine Regenkarte bedeutet nicht, dass du dein ganzes Leben lang nicht aus dem Haus kannst; sie erinnert dich einfach daran, „vergiss nicht, einen Regenschirm mitzunehmen“. Lenke deine Aufmerksamkeit von „es ist alles vorbei“ zu „was warnen die Karten mich vor“, um deine Vernunft zurückzugewinnen.
3. Drei „Geistige Reset-Befehle“, um die Deutung objektiv zu machen
Um zu vermeiden, von deinen eigenen Emotionen gefangen genommen zu werden, kannst du vor jeder Kartenlegung diese drei Schritte verwenden, um dein Gehirn „zurückzusetzen“:
- Erster Schritt: Rollenwechsel (stelle dir vor, du hilfst einem Fremden)
- Wenn du dir selbst die Karten legst, schließe die Augen und stelle dir vor: „Wenn diese zehn Karten von einem völlig unbekannten Online-Bekannten gezogen worden wären, was würde ich ihm sagen?“ Durch diesen Abstand wird deine Deutung sofort ruhiger und präziser.
- Zweiter Schritt: Gut und schlecht zusammenstellen (zwinge dich, beide Seiten zu benennen)
- Egal wie perfekt die Karten aussehen, frage dich: „Gibt es eine Möglichkeit, dass diese Karte übertrieben ist?“ Egal wie schlecht die Karten aussehen, frage dich: „Was ist die Chance, die aus diesem Tiefpunkt entsteht?“ Zwinge dein Gehirn, über Schwarz und Weiß hinauszudenken, und die Antworten werden objektiver.
- Dritter Schritt: Aufzeichnung (nach einem Monat zurückblicken)
- Wenn die Emotionen zu stark sind und du nicht weiterkommst, mache ein Foto der Karten. Warte eine Woche oder einen Monat, bis sich die Dinge weiterentwickelt haben, und ziehe dann das Foto zur Überprüfung heraus. Du wirst überrascht sein zu entdecken: „Wow, die Karten waren damals so klar, ich war nur von meinen Emotionen geblendet!“
Tarotkarten sind ein klarer Spiegel, der nur die tatsächliche Situation widerspiegelt. Wenn du bemerkst, dass du immer verwirrter wirst, liegt es oft nicht daran, dass der Spiegel schmutzig ist, sondern dass dein Herz unruhig ist. Lerne, Erwartungen loszulassen und die Hinweise der Karten gelassen zu akzeptieren, damit du durch die Tarotkarten wirklich den nächsten Schritt im Leben erkennen kannst.
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